Die Ukraine befindet sich mitten in einer großen Gesundheitsreform. Das neue öffentliche Gesundheitssystem konzentriert sich auf die Prävention von Krankheiten und nicht auf die Behandlung, und es macht Hausärzte zum Erstkontakt für jeden Patienten. Die Bürger müssen nicht mehr auf einen Ihnen zugewiesenen Bereitschaftsarzt warten, sie können nun unabhängig von der Wohnadresse ihren eigenen Hausarzt wählen und sich dabei alleine auf die Kompetenzen der Ärzte stützen. Die Hausärzte wiederum werden motiviert ihre Fähigkeiten zu verbessern und neue zu entwickeln, da sie nach der Zahl der Patienten, die sie behandeln, bezahlt werden.

Auf der Grundlage der Bedürfnisse der Mediziner organisierte die GIZ gemeinsam mit lokalen NGOs verschiedene Schulungen zur Unterstützung von medizinischen Fachkräften. Computerkenntnisse zu erwerben, war unerlässlich, da Ärzte oder Krankenschwestern vor der Reform kaum Computer für ihre Arbeit nutzen mussten. Das hat sich stark verändert, da die Menschen jetzt online einen Hausarzt wählen oder einen Termin bei dem Arzt bekommen können. Darüber hinaus können Mediziner ihre Zeitpläne verwalten und mit Hilfe des Computers auf Patientendaten zugreifen.

 

 

Die Mediziner besuchten auch Kommunikationstrainings, da sie sich jetzt aktiver für die Förderung der öffentlichen Gesundheit über klassische und soziale Medien einsetzen. Da Hausärzte oft auf Abruf Erste Hilfe leisten, besuchten sie Kurse, um ihre Erste-Hilfe-Fähigkeiten mit modernster Ausrüstung zu verbessern. Zu guter Letzt wurde ein spezieller Kurs für Krankenschwestern entwickelt, der ihnen vermittelt, wie sie Patienten beraten können, um übertragbare und nicht übertragbare Krankheiten zu verhindern.

Wir haben schnell auf die Bedürfnisse von Ärzten und Krankenschwestern reagiert und ein Bildungsprogramm für sie entwickelt. Alle unsere Aktivitäten waren darauf ausgerichtet, brennende Probleme für medizinisches Personal zu lösen, und wir sind stolz auf unsere Ergebnisse und Leistungen –, sagte Olga Pushina, Projektmanagerin, NRO „Gesunder Mensch – gesunde Gesellschaft“.

Insgesamt wurden bereits rund 1000 Ärzte und Krankenschwestern im Zuge der GIZ-Arbeit in der Ostukraine ausgebildet und die Zahl steigt weiter. Damit wird fast 1 Million Menschen im Osten der Ukraine ermöglicht, bessere medizinische Leistungen zu erhalten. Darüber hinaus unterstützt die GIZ medizinische Einrichtungen mit technischen Geräten, darunter diagnostische Instrumente zur Früherkennung von Erkrankungen und moderne Arztpraxen. Gemeinsam mit Partnern werden weitere Schulungen in der öffentlichen Gesundheit und Palliativmedizin entwickelt. Die medizinischen Zentren werden zudem mit 60 Defibrillatoren ausgestattet, die eine schnellere Reaktion in der Ersten Hilfe ermöglichen.