Julija war schüchtern, verschlossen und zurückgezogen, als sie zum ersten Mal die anderen Jugendlichen im „Kinderfreundlichen Raum“ (Child Friendly Space) getroffen hat. Sie lehnte jede psychologische Hilfe ab, es war sehr schwer, den Kontakt zu ihr aufzunehmen.

Während eines solchen Treffens hat man den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vorgeschlagen, sich vorzustellen, mit welchem Gemüse oder welcher Frucht sie sich identifizieren können.

„Ich bin ein Brokkoli, weil niemand ihn mag“, sagte Julia traurig.

In der gleichen niedergeschlagenen Stimmung besuchte Julija die weiteren Treffen. Immer allein, selten lächelnd und meistens tief betrübt.

Im Laufe der Zeit veränderte sich das Mädchen allmählig. Konsequente psychologische Unterstützung und eine freundliche und kreative Umgebung trugen zu einer besseren Sozialisierung des Mädchens bei.

Sie ist motiviert und selbstbewusster geworden, die Welt um sich herum zu verändern.

Sie ist viel aktiver und unterstützt einige Veranstaltungen als Freiwillige, wie zum Beispiel das Festival „Freundeskreis“.

Bei dem letzten Treffen der Gruppe hat man Julija wieder nach ihrer Assoziation mit einem Gemüse gefragt. Sie antwortete, dass sie sich immer noch wie Brokkoli fühle, aber in einem positiveren Sinne.

„Ich sehe mich selbst immer noch als Brokkoli, aber anders als zuvor – Brokkoli ist gesund und macht Menschen stärker“.

Mit Unterstützung der GIZ wurden in drei Städten der Region Saporischschja feste und mobile Räume des Formats „Kinderfreundlicher Raum“ für die psychologische Betreuung von Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen geschaffen. Das Hauptziel des Projekts war es, eine Plattform mit freundlicher Atmosphäre und gegenseitiger Achtung zu schaffen. Bei der Arbeit werden sowohl Kunsttherapie als auch Verhaltenspsychologie sowie informelle Bildungsmöglichkeiten eingesetzt.