Der Cluster „Perspektiven für die Ostukraine“ startet zusammen mit seinen Partnern ein neues Projekt, das zur Verbesserung dringend benötigter sozialer Dienstleistungen beiträgt. Die Hauptziele des Projekts sind die Verbesserung der Qualität und Zugänglichkeit von sozialen Dienstleistungen, die Schaffung eines Systems der sozialen Betreuung und ein gesteigertes Bewusstsein der Bürger*innen für die verbesserten Dienstleistungen.

Der Bereich der lokalen sozialen Dienste und Institutionen sollte bei den Bürger*innen positiv mit Pflege und Unterstützung konnotiert sein. Doch in der Ukraine stehen die Anbieter lokaler, sozialer Dienstleistungen vor zahlreichen Herausforderungen: ein Mangel an personellen Ressourcen oder adäquater Infrastruktur, ein laufender Reformprozess und ein grundlegender starker Modernisierungsbedarf. Diese Herausforderungen werden durch den anhaltenden bewaffneten Konflikt und die COVID-19-Pandemie noch verschärft.

Um einen sinnvollen Beitrag zur systematischen Verbesserung der sozialen Dienstleistungen in der vom Konflikt unmittelbar betroffenen Region zu leisten, initiierte die GIZ zusammen mit unserer Partner-NGO „Assoziation der partizipativen Entwicklung von Hromadas“ ein Projekt mit dem Titel „Strategische, digitale und partizipative Lösungen für die Entwicklung des Sektors der sozialen Dienstleistungen in 10 Gemeinden der Gebiete Donezk und Luhansk“.

Als Ergebnis dieses umfassenden Projekts werden 10 Gemeinden aus den Gebieten Donezk und Luhansk besser gerüstet sein, um weitere Verbesserungen ihrer sozialen Dienstleistungsangebote für ihre Bürger*innen zu realisieren und umzusetzen. Darüber hinaus werden die lokalen Sozialdienste mit Hilfe digitaler Lösungen und innovativen Ansätzen einfacher zugänglich sein und mit einem inklusiven System der sozialen Betreuung ausgestattet. Besonderer Fokus des Projekts liegt auf der Einbeziehung der Bürger*innen aller Altersgruppen sowie Aktivist*innen im strategischen Prozess.

10 Partnergemeinden

Die Umsetzung des Projekts läuft in drei gleichzeitigen Phasen von Dezember 2020 bis Mai 2021.

Phase 1: Entwicklung von Strategien und Aktionsplänen für die Verbesserung des Sozialdienstleistungssektors. Diese Phase beinhaltet die Bildung von Arbeitsgruppen zur Aktualisierung von Sozialpässen.

Das Projekt wird Fachleute aus verschiedenen Bereichen einbeziehen, um die Pluralität der Ansichten und Expertise zu gewährleisten. Alle Diskussionen sind für die interessierte Öffentlichkeit offen zugänglich.

Bei der Neugestaltung der Strategien und Entwicklung von Aktionsplänen für bessere und zugängliche sozialen Dienstleistungen in den Partnerkommunen werden partizipative Diskussionen mit Expert*innen und Zielgruppen sowie digitale, räumliche (Berücksichtigung der Lage von Objekten der sozialen Infrastruktur und des Transports, Zugang) und innovative Methoden als Instrumente genutzt.

Phase 2: Einführung von partizipativen digitalen Plattformen für Kommunikationszwecke, Training und Bereitstellung von sozialen Dienstleistungen.

Das Projekt stattet die Partnergemeinden mit Multimedia-Räumen aus und berät bei der Planung von Veranstaltungen, die in den Räumen stattfinden sollen. Informationsmaterial, welches über verbesserte soziale Dienste und Dienstleistungen informiert, wird entwickelt und in jedem der Räume bereitgestellt. Das Projekt plant die Entwicklung einer digitalen Plattform für den Austausch von Entwicklungen im Bereich der sozialen Dienste (Karten, Strategien, Sozialpässe). Die Plattform bietet den sozialen Diensten die Möglichkeit, thematische Videos und Dokumente hochzuladen. So können die kommunalen sozialen Dienstleister besser direkt mit der breiteren Öffentlichkeit in Kontakt treten und sie über die genauen Angebote und die Orte der Dienstleistungen informieren.

Die Multimedia-Büros wurden bereits in allen 10 Partnergemeinden eingerichtet.

Diese Büros sind mit Projektoren, Leinwänden, Laptops, Druckern, 4G-WI-FI-Routern, Webcams, mobilen Lautsprechersystemen, Internetverstärkern sowie Mobiliar, wie Tische, Stühle und Flipcharts, ausgestattet.

Ausstattung des Multimedia-Büros

Die Multimediabüros dienen der Kommunikation mit den Einwohner*innen, dem Erfahrungsaustausch mit anderen Gemeinden, der Erbringung von sozialen Dienstleistungen und Bildungsaktivitäten, auch in Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen NGOs und gemeinnützigen Stiftungen.

Am 9. Februar 2021 findet die offizielle Eröffnungsfeier und Präsentation der Multimediabüros durch unseren Implementierungspartner online statt.

Phase 3: Digitale Transformation und Modernisierung in sozialen Einrichtungen.

In dieser Phase unterziehen sich die Partnerkommunen der Bewertung ihrer sogenannten „digitalen Reife“ des sozialen Dienstleistungsbereichs. Basierend auf dieser Analyse entwickelt das Projekt Aktionspläne zur digitalen Transformation ihrer sozialen Dienstleistungsangebote für jede der Partnerkommunen. Diese Phase beinhaltet eine Reihe von inklusiven Konsultationen zur effizienten Umsetzung der Aktionspläne.  Ende April 2021 endet diese Phase mit der Bewertung der digitalen Reife der Partergemeinden.